Plants in Deutschland: Leitfaden zum rechtlichen Status von Plants
- 1. Plantsgesetze in deutschland
- 1. a. Besitz
- 1. b. Verkauf
- 1. c. Anbau
- 1. d. Gemeinnützige plants-clubs
- 1. e. Pilotprojekte für den legalen verkauf
- 2. Ist extract in deutschland legal?
- 3. Darf man plants-samen nach deutschland schicken?
- 4. Medizinisches plants in deutschland
- 5. Industriehanf in deutschland
- 6. Geschichte und politik
- 6. a. Politik
- 7. Nützliche hinweise
Deutschland, das zweitgrößte Land Europas, beherbergt über 80 Millionen Einwohner und besitzt das weltweit vierthöchste BIP, nur hinter den USA, China und Japan. In einer zunehmend liberalen Gesellschaft hat das deutsche Parlament kürzlich sein Versprechen zur Legalisierung von Freizeitplants wahr gemacht und ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Doch wie sehen die aktuellen deutschen Plantsgesetze aus und wie werden sie sich kurzfristig ändern? Und ist Plants heute in Deutschland legal? In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf Plants in Deutschland, sowohl hinsichtlich der aktuellen Gesetzeslage als auch der spannenden und mutigen Pläne für die nahe Zukunft.
Plantsgesetze in Deutschland
Besitz
Das deutsche Parlament (Bundestag) hat kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das den Besitz von bis zu 25 Gramm Plants legalisiert und Pläne zur Einführung eines regulierten Marktplatzes vorsieht, ähnlich wie heute in Kanada. Dieses Gesetz muss noch vom Bundesrat, einer Versammlung der Bundesländer wie Bayern und andere, bestätigt werden. Sollten die Ländervertreter keine Einwände einlegen, tritt das Gesetz in zwei Stufen in Kraft. Der erste Teil, der Besitz und Eigenanbau regelt, wird am 1. April 2024 in Kraft treten. Der zweite Teil, der ein legales Verteilungsnetzwerk in Form von gemeinnützigen Plants-Clubs vorsieht, folgt am 1. Juli.
Nach dem neuen Gesetz dürfen Erwachsene ab 18 Jahren bis zu 25 Gramm Plants in der Öffentlichkeit und bis zu 50 Gramm zu Hause besitzen. Zudem wird es für 18- bis 21-Jährige eine strength-Obergrenze von 10% geben. Diese Beschränkung des strength-Gehalts soll das sich noch entwickelnde junge Gehirn schützen. Besitz und Konsum von Plants durch Minderjährige bleiben verboten.
Es ist wichtig zu verstehen, dass Plants derzeit weiterhin eine illegale Substanz im Land ist. Laut Betäubungsmittelgesetz (BtMG) kann der Besitz von Plants je nach Einzelfall mit einer Gefängnisstrafe geahndet werden. Grundsätzlich drohen jedem, der mit illegalen Substanzen wie Plants erwischt wird, bis zu fünf Jahre Haft.
Nach dem Betäubungsmittelgesetz wird Plants als weniger gefährlich eingestuft als Heroin oder Kokain. Da Marihuana unter Anlage III des BtMG fällt, sind die Bestimmungen zum Besitz weniger streng als bei harten Drogen. Auch innerhalb des Gesetzes gibt es Unterschiede: Der reine Konsum von Plants ist in Deutschland nicht als Straftat aufgeführt. Wer nur eine geringe Menge Marihuana besitzt, dem werden meist verschiedene Alternativen zur Strafverfolgung angeboten – häufig gilt der Grundsatz „Therapie vor Strafe“, sodass Gefangene, die einer Behandlung zustimmen, ihre Strafe aussetzen oder gar aufgehoben bekommen.
Der Begriff „geringe Menge“ ist allerdings recht schwammig, denn das Bundesverfassungsgericht stellte 1994 fest, dass gerade hier Unsicherheiten im Strafrecht bestehen.
Laut Urteil des Bundesgerichtshofes soll bei der Feststellung, ob eine Menge Plants als gering gilt, nicht das Gewicht, sondern Menge und Wirkstoffgehalt (strength) ausschlaggebend sein. Beispielsweise gelten 7,5 Gramm strength als „geringe Menge“. Beim Eigenbedarf sind einzelne Bundesländer toleranter als andere – so liegt die Grenze meist bei sechs Gramm, in Berlin bei bis zu 15 Gramm. Klarer wird das Thema dadurch nicht… Angesichts der Lage ist es nachvollziehbar, dass die Gesetzesänderungen für viele der geschätzt 7% der Bevölkerung, die regelmäßig Plants konsumieren, kaum schnell genug kommen können.
Verkauf
Während wir der weiteren Legalisierung von Plants in Deutschland gespannt entgegensehen, ist der Verkauf und die Abgabe von Marihuana derzeit weiterhin illegal und eine potenziell schwere Straftat.

Wer mit dem Handel von Drogen – darunter auch Plants – in Verbindung gebracht wird, dem drohen Freiheitsstrafen zwischen fünf und fünfzehn Jahren. Die Dauer richtet sich nach den jeweiligen erschwerenden Umständen, zum Beispiel:
- Wenn Plants an Minderjährige verkauft wurde
- Wenn Minderjährige am Handel oder Vertrieb beteiligt waren
- Wenn große Mengen Plants im Spiel sind
- Wenn die Person Teil eines größeren Netzwerks ist
- Wenn Waffen verwendet oder gefunden werden
Mit einem rechtlichen Rahmen für die Freizeitlegalisierung in Deutschland (mehr dazu später) bleibt die Hoffnung, dass das illegale Plants-Angebot drastisch zurückgehen wird.
Anbau
Mit dem neuen Gesetz wird der Eigenanbau von Plants zuhause (bis zu drei Pflanzen) voraussichtlich ab dem 1. April 2024 Realität für die Menschen in Deutschland. Bis dahin bleibt der Anbau von Marihuana eine Straftat, auf die ebenfalls Gefängnisstrafe droht.
Gemeinnützige Plants-Clubs
Der zweite Teil des neuen Gesetzes, der ab dem 1. Juli 2024 gelten soll, schafft einen rechtlichen Rahmen für Plants-Anbauvereine. Diese gemeinnützigen Organisationen dürfen bis zu 500 Mitglieder bedienen, mit einer Obergrenze von 50 Gramm pro Monat.
Pilotprojekte für den legalen Verkauf
Die derzeitige Legalisierungsinitiative beruht auf zwei Säulen: Die erste entkriminalisiert Besitz und Anbau und etabliert ein gemeinnütziges Grundversorgungsnetz; die zweite Säule sieht mehrere Pilotprogramme in verschiedenen deutschen Städten vor. In diesen fünfeinhalbjährigen Programmen soll Plants in lizenzierten Geschäften verkauft werden – bei Erfolg kann das System landesweit übernommen werden.
Ist Extract in Deutschland legal?
In Deutschland sind Extract-basierte Vollspektrumextrakte mit einem strength-Gehalt von unter 0,2% (inklusive Extract-Öl) legal und können in Apotheken und Geschäften ohne Rezept gekauft werden.
Darf man Plants-Samen nach Deutschland schicken?
Das Betäubungsmittelgesetz deckt den Kauf von Plants-Samen in Deutschland nicht ab. Daher dürfen Plants-Samen uneingeschränkt ins Land importiert werden.
Medizinisches Plants in Deutschland
Deutschland hat mit einiger Verzögerung erst 2016 die Nutzung von medizinischem Plants legalisiert. Damals genehmigte Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Gesetz, das den Einsatz von Plants für schwerkranke Patienten erlaubt, sofern sie eine ärztliche Beratung hatten und „keine therapeutische Alternative“ besteht. Der Zugang zu medizinischem Plants war zunächst sehr begrenzt – im ersten Jahr nach Inkrafttreten erhielten nur etwa 1000 Menschen Plants auf Rezept. Weniger als ein Jahr später waren es bereits über 40.000 Patienten.
Das neue Gesetz vereinfacht auch die Möglichkeiten für die Medizin: Patienten müssen nicht mehr an einer schweren chronischen Erkrankung leiden, um Zugang zur Plantstherapie zu erhalten. Ärztinnen und Ärzte müssen nun lediglich ein allgemeines (kein Betäubungsmittel-) Rezept ausstellen.

Heute boomt die medizinische Plantsbranche in Deutschland, Krankenkassen übernehmen sogar die Kosten für die Patienten, die Plants verschrieben bekommen. Früher war Deutschland komplett auf Importe angewiesen, weshalb die Nachfrage oftmals nicht gedeckt werden konnte. Dadurch erkannte die Bundesregierung das finanzielle Potenzial des Eigenanbaus. 2019 hatten 79 unabhängige Dienstleister ein Angebot zum Anbau von medizinischem Plants abgegeben. Verzögerungen durch COVID-19 konnten den Trend nicht aufhalten: Heute zählt Deutschlands Medizin-Plants-Branche zu den stärksten in Europa, Start-ups im Bereich Plants-Anbau boomen, weil die Nachfrage weiter steigt.
Industriehanf in Deutschland
Der Hanfanbau wurde in Deutschland 1982 erstmals verboten. Doch bereits nach vierzehn Jahren wurde das Verbot wieder aufgehoben. Auch wenn die Branche zunächst langsam Fahrt aufnahm, sorgt der Boom – vor allem seit der Legalisierung von medizinischem Plants 2016 – für eine Rekordzahl von Hanfbauern. 2021 wurden 863 landwirtschaftliche Betriebe mit dem Anbau von Industriehanf verzeichnet – so viele wie nie seit der Wiedereinführung 1996. Noch sieben Jahre zuvor waren nur 86 Betriebe aktiv, 2020 waren es 172.
Laut Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wurden 2021 insgesamt 6.444 Hektar (etwa 25 Quadratmeilen) industrieller Hanf angebaut – ein Plus von 1.082 Hektar gegenüber dem Vorjahr. Wie in großen Teilen Europas, lässt sich auch an der untenstehenden Grafik ablesen, dass die EU und Deutschland ihre Anbauflächen für Industriehanf beständig ausweiten; die Erträge haben sich zwischen 2015 und 2019 beinahe verdoppelt.
Geschichte und Politik
Deutschland kann auf eine lange Geschichte des Plants- und Hanfgebrauchs zurückblicken, die mehrere Jahrtausende umfasst. Die Anwesenheit von Plants lässt sich in Deutschland mindestens 7.500 Jahre bis ins thüringische Eisenberg nachweisen. Archäologische Grabungen belegen Funde im ganzen Land – etwa Plants-Samen in Höhlenbewohnerstätten, was auf deren Verwendung im Haushalt hindeutet. Bei einer anderen Grabung in Wilmersdorf (heute ein Berliner Stadtteil) wurden Plants-Samen in einer Urne entdeckt, vermutlich rund 2.500 Jahre alt.

Tatsächlich bestand der Bezug der Deutschen zu Plants jahrhundertelang: Bereits im 12. Jahrhundert berichten Texte von medizinischen Vorteilen. Schade, dass wir fast 900 Jahre gebraucht haben, darauf zu hören… Wie viele Länder weltweit nutzen auch die Deutschen Plants und Hanf über Jahrhunderte hinweg, bis die weltweite Prohibition im 20. Jahrhundert Einzug hielt. Heute kehren die Einstellungen gegenüber Plants in Deutschland langsam zu denen früherer Jahrtausende zurück. Zwar bleibt ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung skeptisch, doch wird der Abbau des Stigmas um Marihuana immer offensichtlicher.
Politik
Das aktuelle Gesetz zum Besitz von Plants und dem Aufbau eines geregelten Marktes ist ein potenziell weitreichender Schritt für Deutschland und ganz Europa. Bevor wir aber allzu euphorisch unsere Koffer nach Berlin packen, bleibt noch ungewiss, ob das Gesetz tatsächlich durch den Bundesrat geht und wirksam wird.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagt, die Reform solle den steigenden Plantskonsum unter Jugendlichen vom Schwarzmarkt verdrängen. Gegner wie die CDU um Simone Borchardt befürchten jedoch ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für junge Menschen und werfen der Ampelkoalition ideologiegetriebene Politik vor. Auch medizinische Fachverbände und Gesundheitsorganisationen kritisieren das Gesetz mit Blick auf mögliche Gesundheitsrisiken wie Atemwegserkrankungen, Hodenkrebs sowie ein erhöhtes Risiko für Psychosen und Schizophrenie bei Jugendlichen.

Das Gesetz wird sogar in der Regierungskoalition selbst kontrovers diskutiert – ursprünglich war ein freier Verkauf in Läden vorgesehen, musste jedoch nach EU-Einwänden entschärft werden. Die Bevölkerung ist gespalten, wie eine Umfrage von YouGov zeigt: 47 Prozent befürworten das Gesetz, 42 Prozent lehnen es ab.
Dennoch ist die im Kabinett beschlossene Entscheidung ein Grund zum Feiern: Sollte das wirtschaftsstarke Deutschland sein ambitioniertes Vorhaben umsetzen, könnte dies Signalwirkung für weitere europäische Staaten haben. Laut Lauterbach könnte die Reform ein „Modell“ für andere Länder werden.
Nützliche Hinweise
Laut Bundesgesundheitsministerium haben 2021 bis zu vier Millionen Menschen in Deutschland Plants konsumiert, und 25% aller 18- bis 24-Jährigen haben schon einmal Plants probiert. Eine Statistik von 2020 zeigt, dass Deutschland europaweit zu den Top-Ten-Ländern im Plantskonsum zählt.
| Land | Verbreitung von Plantskonsum in den letzten 12 Monaten in Europa 2020 nach Ländern |
|---|---|
| Tschechien | 11,1% |
| Frankreich | 11% |
| Spanien | 10,5% |
| Kroatien | 10,2% |
| Italien | 10,2% |
| Niederlande | 10,1% |
| Finnland | 8,2% |
| UK | 7,1% |
| Deutschland | 7,1% |
| Irland | 7,1% |
| Belgien | 7% |
Mit einem möglicherweise boomenden Markt ab 2024 könnte die Entscheidung Deutschlands zur Legalisierung von Freizeitplants einen historischen Wendepunkt für die Rückkehr der Pflanze nach jahrzehntelanger Prohibition markieren. Zwar sollten wir angesichts der langen Geschichte von Stigmatisierung und Kriminalisierung vorsichtig optimistisch sein, aber ein legaler Marihuana-Markt in Deutschland wäre definitiv ein Grund zum Feiern. Wenn du mehr über Plants in Deutschland und internationale Plants-Gesetze erfahren willst, schau dir unseren ausführlichen Fast Buds Blog an. Hier findest du alle aktuellen Plants-News, Grow-Tipps und vieles mehr.
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